Debattieren





Was ist "Debattieren"?

Debattieren ist eine Form der Diskussion, die klaren Regeln folgt. Diese Regeln orientieren sich an parlamentarischen Verfahrensweisen, die z.B. die Gegenüberstellung von zwei Parteien, die Begrenzung der Redezeit, bestimmte Rednerreihenfolgen u.a. vorsehen. Mit der 1823 gegründeten „Oxford Debating Union“ gilt England als Geburtsland des sportlichen Debattierens in studentischen Vereinigungen und der dort praktizierte „British Parliamentary Style“ als das internationale Standard-Regelwerk für das Debattieren. 

Von dort aus hat sich in der angloamerikanischen Welt das Debattieren an Schulen und Hochschulen als zentrales Element studentischer Bildung und politischer Kultur durchgesetzt. Eine amerikanische oder englische Universität ohne Debattierklub ist schlichtweg undenkbar, die Liste von Premierministern und Staatsmännern und -frauen, die ihre politische Überzeugungskraft beim studentischen Debattieren entwickelt und geschärft haben, ist endlos. 
Und entgegen der in Deutschland oft gehörten Verdächtigung, Debattieren sei verschwendete Zeit, da ja „nur“ geredet werde, haben große Clubs britische und amerikanische Debattierclubs durchaus gesellschaftlichen Einfluss: Der im Jahr 1933 von der Oxford Debating Union mit großer Mehrheit angenommene Antrag „This House will under no circumstances fight for King and Country“ erzürnte z.B. den späteren Kriegspremier Winston Churchill aufs äußerste und sorgte für internationales Aufsehen. 

In den fünfziger Jahren entstanden in England dann auch erste Wettbewerbe und Turniere, in denen Teams aus verschiedenen Clubs gegeneinander antraten. In Deutschland gründeten sich erst Ende der 90er Jahre die ersten Debattierclubs, seit 2001 gibt es auch hier regelmäßige Wettbewerbe und Turniere, an denen auch Teams des Wortkombinats regelmäßig teilnehmen.
 

Warum soll ich debattieren? - Auf diese Frage gibt es drei Antworten:


Erstens, weil Debattieren zahlreiche Schlüsselqualifikationen trainiert, die in Studium, Beruf und Alltag ganz besonders wichtig sind: Sich und seine Meinung gut ausdrücken und überzeugend darstellen zu können, ein Thema analytisch zu erfassen und auf Kernpunkte zuspitzen lernen, Sicherheit und Selbstvertrauen bei Reden vor Publikum und in Wettbewerben tanken.


Zweitens: Demokratische Gesellschaften brauchen einen gut geführten, offenen Diskurs, in dem alle Positionen, Entscheidungsvorschläge und mögliche Folgen ausgesprochen und auf ihre Stichhaltigkeit geprüft werden können. Je erfahrener die Bürger darin sind, gute von schlechten, ehrliche von betrügerischen Argumentationen zu unterscheiden, je besser sie sich selbst eine begründete Meinung bilden und an der öffentlichen politischen Debatte teilnehmen können, desto besser funktioniert unsere Gesellschaft.


Und schließlich drittens: Es macht nicht nur Spaß, mit Anderen über die wichtigen Dinge dieser Welt zu debattieren – es kann süchtig machen!
Debattieren in einem studentischen Debattierklub ist also dreierlei: es macht Spaß, es bringt alle Beteiligten weiter und es ist eine nicht zu unterschätzende Form politisch-gesellschaftlichen Engagements.

Der Verein





Wer sind wir?

Das Wortkombinat Ilmenau e.V. ist ein gemeinnütziger Verein. Wir sind offen für alle Studierenden, aber auch für alle wissenschaftlichen Mitarbeiter, Doktoranden, Doktoren und Professoren aller Fachrichtungen – und natürlich auch für alle anderen Gäste. Jeder, der dazukommt und unseren Club um seine Sichtweise bereichert, ist willkommen – ob blutiger Debattenlaie oder erprobter Präsentationskünstler.
Im Wortkombinat Ilmenau e.V. wird nicht nur debattiert: Wir wollen auch kontinuierlich und in verschiedenen Übungs- und Vortragsformen unsere Kenntnisse erweitern und unsere Debattiertechniken weiterentwickeln. Schließlich wollen wir aber auch unsere Leistungen „auf den Markt“ bringen, indem wir uns mit anderen Debattierklubs bei Turnieren und Meisterschaften messen.

Interesse bekommen und Lust, Neues zu erfahren? Dann nichts wie vorbeigeschaut!